Das Hans Rehn Stift verfügt als einzige Einrichtung im Eigenbetrieb Leben und Wohnen über eine heimangegliederte Begegnungsstätte. Die Begegnungsstätte im Hans Rehn Stift ist damit eine Besonderheit, die den Charakter des Hauses stark prägt. Den Keim zu dieser Ausrichtung legte der Stifter der Einrichtung Hans Rehn testamentarisch fest. Nach seinem Willen sollte ein offenes Zentrum für alle älteren Menschen und die Stuttgarter Bürger entstehen. Der Begegnungsstätte war von Anfang an die Aufgabe zugedacht „das Außen mit dem Innen zu verbinden und sich von innen nach außen zu öffnen“. Als das Haus am Feldrand, das Haus Tannenhof und das Haus Rohrer Höhe seine Pforten öffnete, erweiterte die Begegnungsstätte ihr Aufgabenfeld und installierte auch in diesen Häusern Angebote für die Bewohner, die natürlich auch den Bürgern aus dem Stadtteil offen stehen. Seit 2000 wird die Begegnungsstätte vom Sozialamt gefördert.

Die Boulegruppe ist eine Gruppe aus Bewohnern des Betreuten Wohnens und Menschen aus der Nachbarschaft, die sich regelmäßig für gesellige Aktivitäten treffen
Jährlich nehmen über 11.000 Menschen die Angebote der Begegnungsstätte wahr. Ein wichtiger Baustein der Programmarbeit umfaßt die geselligen und kulturellen Veranstaltungen: Sommerfest, Rosenmontagsball, Konzerte, Lesungen, Theater, Kinonachmittage, Ausstellungseröffnungen, Ausflüge, offene Spielkreise, Stammtisch für Frauen und die Cafeterien. Der größte Teil der Besucher nimmt an den Gruppen und Kursen der Begegnungsstätte teil. Fast 6.600 Menschen besuchen etwa 70 Kurse im Jahr. Das zeitliche Spektrum der Kurse reicht von eintägigen bis zu halbjährigen Angeboten und das inhaltliche von Sprachkursen (Englisch, Französisch und Italienisch) über Kurse im Bereich Kultur und Kreativität (Erzählsalon, Theatergruppe, Chor, Flötenkreis, Keramik, Filzen, Speckstein, Aquarell), Bewegungsangeboten (Yoga, Gymnastik, Boule), bis hin zu Computer- und Internetkursen. Um dieses Angebot leisten zu können, arbeitet die Begegnungsstätte mit etwa 16 Honorarkräften zusammen. Dabei ist es wichtig die Angebote aktuell und interessant zu gestalten. Manche „Dinge“ kommen einfach aus der Mode und der Zeitgeist verändert sich. Neue Kurse müssen anfangs oft eine Durststrecke überstehen und ob sich ein Angebot etablieren kann, zeigt sich erst nach einiger Zeit.

Die Feste feiern wie sie fallen - regelmäßig organisiert die Begegnungsstätte gemeinsame Veranstaltungen von Bewohnern des Hans Rehn Stifts und den Bürgern des Stadtteils
Ganz spannend war dieser Prozess auch in der Theatergruppe zu beobachten. Alles fing während einer öffentlichen Probe im Hans Rehn Stift kurz vor Weihnachten 2006 an. Sonja Doerbeck hatte mit Kindern aus dem Dachswald und Umgebung ein Weihnachtsspiel entwickelt und wollte dies erstmals vor einem Publikum präsentieren. Dieser außerplanmäßige Termin sollte weitreichende Konsequenzen haben. Er weckte bei der Theaterpädagogin die Frage: „Warum sollten Kinder für Erwachsene spielen, wenn es doch viel spannender wäre, sie miteinander spielen zu lassen?“ Noch immer trifft sich die Gruppe unter der Federführung der Theaterpädagogin mit großer Begeisterung jeden Freitag.
Menschen unterschiedlicher Generationen miteinander in Austausch zubringen, ein gemeinsames Stück Alltag zu schaffen und ihre Lebensräume zu verknüpfen ist für Solidarität und gegenseitiges Verständnis eine wichtige Voraussetzung. Die Begegnungsstätte stellt dafür Räume bereit und Kontakte her. Kerstin Kretzschmar, Dipl. Kunsttherapeutin, hält seit vielen Jahren eine Kooperation mit der Albert-Schweitzer-Schule (Jugend aktiv) am Laufen. Zweimal im Jahr kommen jeweils für ein paar Wochen die Schüler mit einer Lehrerkraft in die Begegnungsstätte und stellen sich gemeinsam mit Senioren aus dem Stadtteil ungewöhnlichen Aufgaben.
Ein weiterer Höhepunkt im Veranstaltungskalender der Begegnungsstätte ist die kleine Kulturreihe „rohrer HÖHE punkte“. Jeden November tagt das ehrenamtliche Kuratorium um fünf Veranstaltungen auf hohem Niveau für das kommende Jahr festzulegen. Seine Mitglieder, selbst begeisterte Musiker, nutzen ihre Kontakte, um Kultur aus dem Stadtteil für den Stadtteil zusammenzutragen. Für viele Bewohner sind diese Veranstaltungen die einzige Möglichkeit, Kultur hautnah zu erleben und der größte Lohn liegt für das Kuratorium in den glücklichen Gesichtern der Konzertbesucher. Neben dieser Veranstaltungsreihe gibt es noch einige Konzerte in Kooperation. Angelockt durch die Räumlichkeiten und unseren Steinway fragen immer wieder Künstler nach Konzertmöglichkeiten.
Stephanie Kany, Leitung der Begegnungsstätte, bringt Menschen miteinander in Kontakt und schafft einen Rahmen für Begegnungen. Oft unterstützen sie Ehrenamtliche bei dieser Arbeit. Etwa 120 Helfer sind im Hans Rehn Stift in ganz unterschiedlichen Bezügen engagiert. Die Hälfte in der Begegnungsstätte. 21 Damen betreuen die drei Cafeterien mit viel Herzblut. Sie plündern die eigenen Gärten und dekorieren die Tische. Innerhalb der Teams sind neue Freundschaften entstanden und natürlich auch Kontakte zu Besuchern aus den Häusern. Manche Ehrenamtliche erscheinen nur einmal im Jahr zu festen Anlässen wie dem Sommerfest oder mit einem Sketch am Rosenmontagsball, andere sind fast jeden Tag im Haus anzutreffen.
Von großer Bedeutung für die Begegnungsstätte ist der Förderverein des Hans Rehn Stifts und den damit verbundenen Einrichtungen. Der Vorstand des Fördervereins unterstützt die Arbeit der Begegnungsstätte mit Rat und oft mit finanziellen Mitteln und ermöglicht so oft ein „Mehr“ an Lebensqualität. Stephanie Kany nützt die gute Zusammenarbeit mit den Herren des Vorstandes und kann viele Angebote umsetzen, die sonst nicht denkbar wären. Boulebahn, Erzählsalon, Theaterprojekt, Chor und Flötenkreis sind nur einige Angebote, die dank des Fördervereins das vielfältige Angebot ergänzen.
Wenn Sie sich über die Angebote der Begegnungstätte Hans Rehn Stift informieren möchten, steht Ihnen am Ende dieser Seite der Veranstaltungskalender und Programm der Begegnungsstätte zur Verfügung. Gerne senden wir Ihnen auch unsere Hauszeitung den „Rehn-Boten“ zu oder geben Ihnen telefonisch Auskunft.
Reportage: "Wir bringen Menschen zusammen"
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Veranstaltungskalender und Programm Begegnungsstätte
Download (PDF, 2191 KB)
Leiterin Begegnungsstätte
Stephanie Kany
Tel.: 0711 216 89-525
Kerstin Kretzschmar
Tel.: 0711 216 89-526