PRESSEINFORMATION VOM 10. NOVEMBER 2010
Bis zu 16 Seniorinnen und Senioren verbringen den Tag in der Tagespflege im Haus Rohrer Höhe. Die meisten kommen an zwei oder drei Tagen in der Woche. Das Angebot des städtischen Eigenbetriebes leben&wohnen bietet den älteren Menschen Anregung und Geselligkeit, bewahrt sie vor Vereinsamung und bringt Struktur in ihren Tag. Die Angehörigen der in der Tagespflege Betreuten haben sich deshalb für den Erhalt der Einrichtung eingesetzt, die aus wirtschaftlichen Gründen vor dem Aus stand.
Zwischen 8.00 und 9.00 Uhr beginnt für die Gäste der Tagespflege im Haus Rohrer Höhe der Tag mit dem gemeinsamen Frühstück. In geselliger Runde sitzen alle um den großen Tisch und lassen es sich schmecken. Manchen muss Anita Maurer- Katz, die Leiterin der Tagespflege, dabei ein wenig zur Hand gehen. Andere aber kommen auch ganz gut allein zurecht. So wie die 90-jährige Charlotte S., die seit gut einem Jahr an drei Tagen in der Woche aus ihrer betreuten Wohnung im Hans Rehn Stift in die Tagespflege kommt. „Hier hat meine Mutter die Kontakte und die Geselligkeit, die sie sich wünscht und fühlt sich sehr wohl“, erzählt die Tochter Doris B.. „Wenn meine Mutter glücklich ist, bin ich es auch“, fügt sie noch hinzu. Die Seniorin ist noch recht fit und hat viel Spaß an den Spielen, die regelmäßig auf dem Tagesplan stehen. Vor allem beim Bingo ist sie immer mit Begeisterung dabei. Manchmal bringt die Tochter ihre Mutter mit dem eigenen Auto in die Tagespflege und holt sie auch wieder ab. Meist nutzt Charlotte S. aber den Fahrdienst der Johanniter. Seit Juli dieses Jahres haben die Angehörigen den Fahrdienst selbst organisiert und so dafür gesorgt, dass das Tagespflegeangebot im Haus Rohrer Höhe bestehen bleibt. Die aus wirtschaftlichen Gründen schon geplante Schließung der Tagespflege konnte Dank des Engagements der Angehörigen abgewendet werden.
Auch der 82-jährige Hans A. wird drei bis vier Mal in der Woche von seiner Frau ins Haus Rohrer Höhe gebracht, seit sechs Jahren schon. Ein Hirntumor hatte das Leben des Ehepaars auf den Kopf gestellt. Trotz Reha-Maßnahmen nach der Operation war der bis dahin lebensfrohe und rüstige Mann nun auf Hilfe und Betreuung angewiesen. „Ein Psychologe in der Reha-Klinik hat uns die Tagespflege empfohlen, damit er den Kontakt zum Leben nicht verliert“, erzählt seine Frau. So ist die Tagespflege im Haus Rohrer Höhe für Hans A. zur zweiten Heimat geworden. Er fühlt sich wohl in den hellen Räumen und auf der Terrasse mit dem schönen Blick ins Grüne. Zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Tagespflege hat er eine vertrauensvolle Beziehung aufgebaut. „Mein Mann geht sehr gern in die Tagespflege, weil er die Gemeinschaft schätzt“, sagt Frau A. Stehen Gymnastik oder Musik auf dem Programm, dann macht er sehr aktiv mit. Und auch, wenn morgens nach dem Frühstück aus der Zeitung vorgelesen wird, hört er interessiert zu. Die Gäste der Tagespflege im Haus Rohrer Höhe kommen überwiegend aus den umliegenden Stadtteilen, aus Vaihingen, aus Rohr und aus Dürrlewang. 76 Jahre ist derzeit die Jüngste, die Ältesten sind 90 Jahre. Viele kommen mit dem Rollator, einige sitzen auch im Rollstuhl. „Nur wer bettlägerig und ganz immobil ist kann in der Tagespflege nicht betreut werden“, erläutert die Leiterin Anita Maurer-Katz. „Viele unserer Gäste sind in Pflegestufe 1 oder 2 eingestuft.“ In Pflegestufe 1 erhalten die Senioren aus der Pflegekasse derzeit 112,50 Euro pro Monat als Geldleistung und 440 Euro als Sachleistungen, zum Beispiel für die Tagespflege. Bei eingeschränkter Alltagskompetenz erhalten die Senioren auch noch 100 Euro für zusätzliche Betreuungsleistungen. Damit ist ein Großteil der Kosten für die Tagespflege meist schon gedeckt. „Wer was wo und wie abrechnen kann ist für die Senioren und ihre Angehörigen nicht immer ganz leicht zu durchschauen“, weiß Renate Merk, die Leiterin des Ambulanten Dienstes im Haus Rohrer Höhe aus Erfahrung. Deshalb bietet auch der Pflegedienst von leben&wohnen Beratungen über Betreuungsmöglichkeiten und die Leistungen der Pflegekasse an.
Auch Anneliese B. kommt im Rollstuhl in die Tagespflege. Sie hat es nicht weit, denn sie wohnt in einer der betreuten Wohnungen im Haus Rohrer Höhe. „Ich bekomme zwar manchmal Besuch, aber es ist doch oft ein langer Tag allein in der Wohnung“, erzählt die 82-Jährige, die seit Mai 2009 regelmäßig die Tagespflege besucht. „Das ist ein guter Ort, wo ich hinkommen kann und wo ich Kontakt mit anderen Menschen habe.“ Sie macht gern bei den Ratespielen mit, die als Gedächtnistraining auf dem Tagesprogramm stehen, und sie genießt die Diskussionen mit den anderen, die oft aus der morgendlichen Zeitungslektüre entstehen. „Viele diskutieren die aktuellen Themen hier mit großem Sachverstand“, sagt sie. „Ohne die Tagespflege und vielleicht noch etwas Unterstützung durch einen ambulanten Pflegedienst könnten viele nicht mehr eigenständig in der eigenen Wohnung leben“, urteilt Anita Maurer-Katz, die seit Einrichtung der Tagespflege im Haus Rohrer Höhe vor elf Jahren hier arbeitet und das immer noch sehr gern tut. „In der Tagespflege haben wir noch die Zeit und die Möglichkeiten, die zum Teil hochbetagten Seniorinnen und Senioren umfassend zu aktivieren“, beschreibt sie ihre Motivation. Davon profitieren die Gäste in jedem Fall. Gleichzeitig werden aber auch die Angehörigen entlastet, die ihre Mutter, den Vater oder Ehemann in guten Händen wissen und Zeit für sich selbst gewinnen. Und wer erst einmal ausprobieren möchte, ob die Tagespflege für die eigene Lebenssituation eine gute Alternative ist, der kann sich im Haus Rohrer Höhe zu einem kostenlosen Schnuppertag anmelden.
Kontakt:
Tagespflege im Haus Rohrer Höhe
Renate Merk
Telefon: 0711 216-89587
E-mail: renate.merk@stuttgart.de