Zu den Inhalten springen

Flashmob mit der „Jerusalema Dance Challenge“

Das Hans Rehn Stift tanzt

Sich tanzend zeigen und so ein Zeichen gegen die coronabedingte Isolation und die Einschränkungen der letzten Monate setzen – am Samstag, den 9. Oktober 2021, gab es im Hans Rehn Stift die „Jerusalema Dance Challenge“. Mehr als 120 Personen haben miteinander getanzt und gefeiert. Die Veranstaltung wurde unterstützt von der Hans Rehn Stiftung – vielen Dank dafür auf diesem Wege.

Stephanie Kany, die Organisatorin, berichtet, dass sie bei den ersten Planungstreffen im Frühjahr noch dachte: „Schon wieder eine Veranstaltung, die wir planen und dann letztendlich wieder absagen müssen“. Doch alles ist gut gegangen – nach dem gemeinsamen Tanzen war Stephanie Kany tief bewegt. Ein Traum, so sagt sie, hat sich erfüllt. Ein Bericht zu den Auf und Abs des Flashmob-Projekts hat Stephanie Kany für das Rehn Magazin verfasst. Unter dem Video ist der Beitrag auf dieser Seite hier eingestellt.

Das Hans Rehn Stift tanzt

Ein Bericht von Stephanie Kany

Flashmob im Hans Rehn Stift

Seit 2017 beteiligt sich Stuttgart am „Europäischen Filmfestival der Generationen“ und die Begegnungsstätte des Hans Rehn Stifts ist von Anfang an dabei. Das Festival präsentiert aktuelle deutsche und internationale Spiel- und Dokumentarfilme über das Alter, das Älterwerden und den demografischen Wandel.  Dabei steht die Filmauswahl unter zwei Prämissen: Erstens sollen die Filme differenzierte Altersbilder vermitteln, die das Alter als eine entwicklungsdynamische Lebensphase zeigen mit vielfältigen Ressourcen für das Individuum und für die Gesellschaft. Die Filme sollen auch Chancen und Möglichkeiten, Gewinne und Freiheiten des Alterns aufzeigen und es nicht nur als Verlust, Krankheit und Last der Gesellschaft darstellen. Die zweite Prämisse: Die Filme sollen Inhalte transportieren, die das Publikum zum Dialog einladen. Die Geschichten, Bilder, Werte und Figuren sollen die Möglichkeit bieten, auf die Welt des Zuschauers übertragbar zu sein.

Als im letzten Frühjahr Annette Faust-Mackensen vom Gesundheitsamt der Landeshauptstadt Stuttgart zum ersten Planungstreffen für das „Europäische Filmfestival der Generationen 2021“ einlud, war ich wenig begeistert. Ich bin hin, aber im Kopf hatte ich den Gedanken „Schon wieder eine Veranstaltung, die wir planen und dann letztendlich wieder absagen müssen“. Bei der Besprechung war eigentlich alles wie immer. Aber dann fiel ein Satz, der bei mir einen Schalter umgelegt hat. Annette Faust-Mackensen öffnete den Begriff des Dialogs hin zu einer Aktion: „Sie können mit Ihrem Publikum auch singen oder tanzen“.

Mit dem Tanzen hat sie mich gepackt. Ich hatte sofort Bilder von tanzenden Menschen auf dem Thingplatz vor den Augen. Und je mehr Menschen ich mir vorstellte, umso begeisterter wurde ich. Die Filmauswahl war rasch getroffen, auf die „Jerusalema Dance Challenge“ für den Flashmob zu kommen kein großer Akt. Auch Sandra Mattes, unsere Zumba-Kursleiterin, als Vortänzerin einzuladen, war naheliegend. Und da ich mich am meisten auf viele tanzende Menschen aus der Nachbarschaft freute, lud ich alle Tanzschulen aus Vaihingen ein, sich zu beteiligen. Ganz unkompliziert sagten Sandra Irrgang (Tanzatelier Stuttgart), Ingrid und Markus Held (Tanz- und Ballettschule Rytmiko), Christian Million (Junge Akademie Stuttgart) und Birgit Mack und Petra Wieler-Dürschmied (Tanzstelle Möhringen) zu. Annette Faust-Mackensen fand die Idee so gelungen, dass sie anbot, ein Filmteam zu schicken.

An welchem Punkt der Planung zum ersten Mal die Frage auftauchte, ob ich denn wisse, dass ich für meine Vorhaben von Warners die Lizenz für die „Jerusalema Dance Challenge“ kaufen müsse, weiß ich nicht mehr so genau. Aber für ein paar Tage stellte das die ganze Veranstaltung noch einmal auf den Prüfstand. Für die Beantwortung meiner Anschreiben brauchte Warners jedes Mal Wochen und manches Mal hegte ich die Vermutung, dass es die gar nicht gibt. Als die Kosten endlich feststanden, war ich sicher, dass es die gibt. Nachdem ich die Nachricht einigermaßen verdaut hatte, wand ich mich voller Vertrauen, und wie sich erwies nicht umsonst, an die Hans Rehn Stiftung. An dieser Stelle nochmals vielen Dank.

Auch die Fragen, ob es sich um eine Veranstaltung oder Versammlung handelt, ob das Amt für öffentliche Ordnung dem Ganzen zustimmen muss oder ob es genügt, dass das Garten-, Friedhofs- und Forstamt uns eine Nutzungsüberlassung mit Drehgenehmigung für den Thingplatz erteilt, ob ein Rettungswagen vor Ort sein und ob die örtliche Polizeidienststelle in Kenntnis gesetzt werden muss, unter welchen Auflagen der Corona-Verordnung der Flashmob würde stattfinden können und ob die Firma, die auf dem Thingplatz Erdbohrungen vornahm, auch tatsächlich am 9. Oktober alle Löcher wieder geschlossen haben würde, konnten geklärt werden.

Aufregend war der Planungs- und Organisationsprozess, froh war ich, als Kerstin Kretzschmar die ganze Technik für die Filmvorführung inklusive digitalem Vorwort von Frau Dr. Sußmann in die Hand nahm und richtig glücklich, als ich die strahlenden Gesichter auf dem Thingplatz gesehen habe. Als eine junge Tänzerin sich am Ende bei mir bedankte: „Vielen Dank Frau Kany, dass Sie das organisiert haben“, antwortete ich: „Nein, ich danke Dir, das du gekommen bist. Dir und den anderen, mehr als 120 Personen, die zum Tanzen oder zu Zuschauen gekommen sind und mir einen Traum erfüllt haben“.

Stuttgart